Hallo Age,
alles, was Du schreibst kann ich unterstreichen und habe es in meinen Kommentaren teilweise rübergebracht. Nicht umsonst habe ich diese Signatur gewählt: Die Ironie des Lebens besteht darin, dass man es vorwärts lebt, aber rückwärts begreift...
Ich sehe es wirklich so - natürlich manchmal mit "seine Wunden leckend" - dass viele Dinge im Leben rückwärts betrachtet, einem von einer falschen Wahl oder einer Katastrophe bewahrt hat. Ein anderer Mensch, der auf ein Thema unbelastet drauf sieht, erkennt bereits die Schieflage, aber der, der drinsteckt, will und kann sie vielleicht nicht erkennen. Wie oft hat man das im Leben erfahren dürfen. Das muss man sich wirklich bei jedem Fall klarmachen. Hier habe ich bereits das Thema viewtopic.php?f=12&t=5240#p85535 aus einer anderen Perspektive gestreift.
Ich freue mich, dass Du so mutig bist, die menschlichen und weltlichen Sichtweisen auch offen anzusprechen. Meines Erachtens hilft es den Menschen mehr, als ihn mit "Kuscheligkeit" in (s)einer irrigen Meinung zu bestärken oder zuzudecken.
Mitleid, zu bekunden ist eine Sache, nur damit bekommt man die Kuh nicht vom Eis, aber neue Gedankenanstöße zu geben, finde ich persönlich hilfreicher, auch wenn es nicht so angenehm ist, weil es die eigene Denkweise zerstört.
Wie oft habe ich mir etwas gewünscht, war unglücklich, dass es nicht geklappt hat, in meinem eigenen Mitleid gebadet und nachträglich war ich meinem Schicksal dankbar, dass es mich beschützt hat. Daher bin ich heute sehr aufmerksam, wenn etwas nicht zustande kommt, nach und nach wieder meine eigentlich Denkweise an Tageslicht zu holen, dass ich beschützt wurde/werde. Natürlich gehe ich die Prozedur des Leidens tapfer in allen Nuancen durch. Darin bin ich ein wahrer Meister. Der Vorteil, ich habe keine Altlasten danach, weil das Leiden ausgelebt und nicht weggedrückt wurde.
Ich denke, sofern man seine Denkweise ein wenig umstellt und aus dieser Sicht betrachtet, dass auch Negativerfahrungen zum Leben gehören, und mich zu einem tiefgründigeren Menschen machen, dann ist mein Leben (also ich) auf dem richtigen Weg.
Und wenn ich die Weichen verkehrt gestellt habe, ist das auch kein Beinbruch. Ich kann danach sagen, "naja, ich hab's wenigstens probiert" - und keinem anderen die Schuld gibt, sind wir auf dem richtigen Wege.
Liebe Grüße
Augenblicke
